about gender puppets

 

[german] 

In dieser wissenschaftlichen Untersuchung wird das mimetische Handlungsmuster menschlicher Sozialisation, aus dem sich auch die soziale Konstruktion von Geschlecht ableiten lässt, als Teilbestandteil der Schnittstelle Mensch/Schaufensterpuppe identifi ziert. Die vom Menschen geschaffene, positionierte, präsentierte, inszenierte Schaufensterpuppe – als zugleich menschliches Ab- und Spiegelbild – übernimmt dabei eine gleichermaßen aktive und passive Funktion: Ebenso wie gesellschaftlich manifestierte Rollenbilder des Menschen sozial konstruiert werden, so artikulieren sich auch „Wesen“ und „Verhalten“ der Schaufensterpuppe über (soziale) Konstruiertheit. Nicht zuletzt aufgrund der Höhe ihrer quantitativen Präsenz (etwa in Stadtbildern) nimmt die Schaufensterpuppe dabei „aktiv“, das heißt manipulierend am Sozialisationsprozess des Menschen teil.

Dieser integrative Prozess sozialer Teilkonstruktion durch Miteinbezug menschlicher Abbilder erfolgt dabei nicht nur über die Darstellung von biologischem Geschlecht, sondern insbesondere eben durch Akzentuierung von (vermeintlich) geschlechtertypischer Körperhaltung, Gestik und Mimik, wodurch sich wiederum Kategorisierungen, Selektionen, Defi nitionen und Adaptionen ergeben, die ihrerseits kopiert oder inszeniert werden.

Die hier erarbeiten Thesen und Beobachtungen ergeben dabei folgende Konstellation: Insofern Individuum und Gesamtheit im wechselseitigen Prozess (rezeptiv und produktiv) geformt werden und auch geschlechtliche Rollenbilder dabei (weitgehend) sozial konstruiert werden, und insofern die Schaufensterpuppe als Projektion eben dieser sozialen Konstruktion fungiert, so ist auch die Inszenierung der Schaufensterpuppe Teil dieses sozialen Konstruktionsprozesses, indem sie gleichermaßen rezipiert und signalisiert, sendet und empfängt, und somit nicht nur passiv gestaltet wird, sondern ihre (soziale) Umwelt (allein schon durch ihre Präsenz) „aktiv“ mitgestaltet.

 

[english] 

In this project we shall explore the social impact and the correlation between human and artificial gender construction. Illustrated by the example of body language and nonverbal communication of manikins it opens up an in-depth insight into the social practice of constructing social (gender) roles on the one hand. It also tries to analyse the relevance of that topic for the designer’s work and thought process on the other hand. We discuss the function and process of social adaptation of human beings in principle, and how closely these principles are connected to the bilateral influence of every day culture in modern life.

 
This exploration identifies the mimetic operating scheme of human socialisation, which also includes the gender construction, as component part of the human-puppet-interface. The human-made, -positioned- and -presented manikin – as at the same time human image and reflection – assumes a similarly active and passive function in matters of manipulative impact on the constructive process of human socialisation. The integrative process of social component construction, incorporating human image, occurs not only through demonstration of sex, but in particular by accentuation of (assumed) gender-typical posture, gesture and facial expression. Hence in turn result in categorisations, selections, definitions and adaptations, which for their parts are being imitated or staged.
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